Heutzutage lässt sich aufdringliche Werbung ganz einfach und kostenlos umgehen. Es gibt dafür zahlreiche Blocker. Aber Webseiten, die ihre Anzeigen durchsetzen wollen, setzen Anti‑Adblocker ein und zwingen dich, für jede Seite oder für die ganze Webseite eine Ausnahme zuzulassen. Kommt dir das bekannt vor?
Zum Glück gibt es auch für Anti‑Adblocker einen Anti‑Anti‑Adblocker. Ich möchte daher dir eine Methode vorstellen, mit der du Websites gratis und werbefrei betrachten kannst: Du „gibst dich als Googlebot“ aus, also nicht als dein Standardbrowser, sondern als Suchmaschinen‑Crawler.
Natürlich hat dieser Trick auch Schattenseiten, etwa die Reverse‑DNS‑Prüfung und das Filtern von IP‑Adressen, die nicht zu echter Google gehören. Dennoch verzichten viele Webseite auf diese Überprüfung, sodass du dort werbefrei surfen kannst. Das liegt daran, dass Webseiten Suchmaschinen‑Bots in der Regel keine Werbung ausliefern – betrittst du die Seite als Bot, bleibt die Anzeigen‑Einblendung aus. Also viel Spaß beim Lesen!
Anleitung für Firefox
- Add-on installieren: Öffne in Firefox die Add-on-Verwaltung (drei Striche rechts oben, dann „Add-ons und Themes“) und suche nach User-Agent Switcher and Manager. Installiere die Erweiterung.
- Erweiterung aufrufen: Nach der Installation erscheint ein neues Icon (im Add-on-Bereich rechts oben). Ein Klick darauf öffnet ein Menü. Dort kannst du vordefinierte Browser-Profile wählen (z. B. „Chrome unter Windows“).
- Benutzerdefinierten UA erstellen: Um einen eigenen User-Agent-String einzugeben, klicke im Menü auf das Stift-Symbol oder die Einstellungen. Du kannst für beliebige Seiten einen neuen Eintrag anlegen. Gib dem Eintrag einen Namen (z. B. „Googlebot“) und trage den vollständigen String ein (siehe Abschnitt 3). Bestätige mit Save.
- User-Agent aktivieren: Im Erweiterungsmenü wähle nun das gewünschte Profil (z. B. Windows + Chrome) oder deinen selbst angelegten User-Agent (z. B. Googlebot). Klicke auf Apply (container on window), damit alle Tabs dieser Browsersitzung den neuen User-Agent verwenden. Beim nächsten Laden einer Seite sendet Firefox dann den geänderten UA-String an den Server.
Anleitung für Chrome
Über Erweiterung: Im Chrome Web Store gibt es z. B. User-Agent Switcher for Chrome. Nach Installation klickst du auf das Icon (Puzzle-Symbol oder Pin-Leiste) und wählst einen User-Agent aus oder fügst über „Options“ einen eigenen String hinzu. (Alternativ wie in Firefox einen aktuellen Add-On-Tipp verwenden.)
- Gehe zum Chrome Web Store und installiere die Erweiterung User-Agent Switcher for Chrome.
- Klicke auf das Erweiterungssymbol in der Symbolleiste.
- Wähle „Einstellungen“ oder „Optionen“ innerhalb der Erweiterung.
- Füge einen neuen User-Agent hinzu mit dem Namen „Googlebot“ und folgender Zeichenfolge:
Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html) - Im Feld „Group“ im User-Agent Switcher kannst du eine Kategorie angeben, unter der dein benutzerdefinierter User-Agent organisiert wird. Dies dient ausschließlich der besseren Übersichtlichkeit innerhalb der Erweiterung.
- Wähle den neu erstellten Googlebot-User-Agent aus der Liste aus, um ihn zu aktivieren.

Manuell via Entwicklertools: Drücke F12 (oder Cmd+Opt+J) um die Chrome-Entwicklertools zu öffnen. Klicke oben rechts auf die drei Punkte ▶ More tools ▶ Network conditions. Entferne das Häkchen bei “Select automatically”. Unter „User agent“ kannst du nun per Dropdown einen vordefinierten Agent wählen oder direkt im Textfeld deinen eigenen eingeben. Gib z. B. für Googlebot diesen String ein: Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html) Drücke dann Enter und lade die Seite neu. Der Server empfängt jetzt den Googlebot-User-Agent.

Googlebot als User-Agent hinzufügen
In beiden Browsern kannst du beliebige User-Agent-Strings eintragen. Ein sinnvolles Beispiel ist Googlebot, da Google-Bot-Anfragen meist werbefrei behandelt werden. Den vollständigen Googlebot-String kannst du etwa so kopieren:
Mozilla/5.0 (compatible; Googlebot/2.1; +http://www.google.com/bot.html)
Trage diesen String in dein User-Agent-Add-on oder in die Chrome-Netzwerkbedingungen ein. Wenn du ihn aktiviert hast, erscheint die Webseite so, als würde sie von Google gecrawlt – viele Seiten liefern dann eine minimal gehaltene, werbefreie Version.
Warum Googlebot-Seiten oft werbefrei sind (Ad-Tracking umgehen)
Webmaster verhalten sich gegenüber Bots anders als gegenüber Nutzern. Werbenetzwerke betrachten Bot-Traffic meist als Ad-Fraud: Klicks und Impressionen von Crawling-Bots werden nicht bezahlt. Daher wird vielen Bots grundsätzlich keine Werbung angezeigt. Viele Seiten liefern Googlebot deshalb nur den reinen Content, da Googlebot kein echtes Browsing ausführt. Außerdem führen Suchmaschinen-Crawler normalerweise kein JavaScript aus – Tracking- und Werbeskripte laufen gar nicht erst. In Erweiterungs-Tests zeigt sich: Alle normalerweise ausgeführten Skripte (Analytics, Ads etc.) bleiben stumm, wenn der Googlebot-User-Agent verwendet wird. Zusammengefasst: Keine echte Werbung und keine Tracker – das Surfen wirkt werbefrei und anonymisiert. (Tipp: Viele Statistik-Tools erkennen Bots genau so – JavaScript-basiertes Tracking erfasst keine Bot-„Besucher“.)
Weitere sinnvolle User-Agents
Manche User-Agents rufen alternative Versionen einer Seite ab, zum Beispiel mobil oder „Crawler-Modus“:
Safari Mobile (iPhone) – Ruft oft die mobile Website-Version ab, die weniger Platz für Banner bietet. Beispiel-String (iPhone Safari 16.5):
Mozilla/5.0 (iPhone; CPU iPhone OS 16_5 like Mac OS X) AppleWebKit/605.1.15 (KHTML, like Gecko) Version/16.5 Mobile/15E148 Safari/604.1
Diese mobile Variante hat meist schlankeres Layout.
Bingbot – Microsofts Suchmaschinen-Crawler. Er wird ebenfalls meist ohne Anzeigen bedient, da Bing Crawling keine echten Ad-Impressionen einbringt. Typischer UA-String:
Mozilla/5.0 (compatible; bingbot/2.0; +http://www.bing.com/bingbot.htm)
Auch mit diesem UA bekommst du oft eine „bot-freundliche“, werbefreie Seite.
Edge Legacy – Der alte Edge-Browser (vor Chromium-Edge) enthielt das Token „Edge“ am Ende. Einige Websites bieten für alte Browser extra Layouts an. Beispiel-String (EdgeHTML 12):
Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/42.0.2311.135 Safari/537.36 Edge/12.10136
Damit landet man bei einigen Seiten in einer älteren, einfacheren Darstellungsform.
Zusätzlich kann man etwa Facebook Crawler (fbav) oder Twitterbot probieren, wenn bestimmte Netzwerke-Ansichten problematisch sind. Wichtig ist: Je nach Website kann ein anderer Agent zu weniger Werbung oder einer Reader-Ansicht führen.
Einschränkungen und Risiken
- IP-Checks: Manche Dienste prüfen, ob Googlebot-Anfragen wirklich von Google kommen. Google empfiehlt, Googlebot über dessen IP-Adressen per Reverse-DNS zu verifizieren. Wenn dein Browser lokal (z. B. DSL-Anschluss) als Googlebot anfragt, fällt das auf: Die IP gehört nicht Google, und manche Server könnten die Anfrage ignorieren oder eine Fehlerseite ausliefern.
- JavaScript-Fingerprinting: Ein User-Agent-Switch ändert nur den UA-Header. Moderne Seiten nutzen weitere Merkmale: etwa
navigator.userAgentData, navigator-Felder, Bildschirm-Auflösung oder Fonts. Ein Konsistenz-Check kann aufdecken, dass du nicht der echte Crawler bist. In einem echten Googlebot fehlen oft Daten (kein Window-Objekt), auf üblichen Browsern sind alle Werte vorhanden – solche Unstimmigkeiten kann eine Seite erkennen. - JavaScript-Verhalten: Da Crawler meist kein JS ausführen, kann es passieren, dass Funktionen oder Inhalte gar nicht geladen werden. Einige Seiten bauen Inhalte erst per Script nach oder verlangen zusätzliches Laden – dort liefert ein Crawler-Mode ggf. unvollständige Seiten.
- Cookies und Anmeldung: Wenn du trotz UA-Switcher in deinem Account angemeldet bist oder Cookies gespeichert sind, könnte die Seite dich dennoch als Stammleser erkennen und zum Beispiel keine Anmeldeaufforderung zeigen. Ein reiner User-Agent-Wechsel ändert nicht deine Cookies oder Anmelde-Session.
- Anti-Adblock-Maßnahmen: Manche Seiten erkennen Adblocker über CSS- oder DOM-Tests. Ein UA-Switch nimmt zwar oft den Popup-Blocker schon weg, aber verlangt man dir beispielsweise weiterhin ein Accept-Cookies-/Ad-Overlay ab, so musst du diese separat mit CSS-Tricks oder Stilblöcken ausblenden.
Kombination mit DNS- oder CSS-Blockern
Um die Werbung wirklich auszublenden, kann man User-Agent-Tricks mit anderen Methoden kombinieren:
DNS‑basierte Filter: Setze einen Werbeblocker auf DNS‑Ebene (z. B. Pi‑Hole, AdGuard DNS, NextDNS). Diese blockieren bekannte Werbe‑ und Tracking‑Domains, bevor Anfragen versendet werden, und wirken systemweit (auch in Apps). Viele Nutzer nutzen Filterlisten wie StevenBlack‑hosts oder spezialisierte Pi‑Hole‑Listen.
CSS‑basierte Filter: Per userContent.css (Firefox) oder mit einer Erweiterung wie Stylus kannst du eigene CSS‑Regeln definieren, die bekannte Anzeigen‑Container oder Anti‑Adblock‑Overlays ausblenden:
.ad, #adbanner, div[class*="werbung"] { display: none !important; }
.adblock-popup, #adblock-overlay { visibility: hidden !important; }
So entfernst du nervige Banner und Overlays, ohne Skripte zu blockieren.
Durch die Kombination User‑Agent‑Switcher + DNS‑Filter + CSS‑Styling erzielst du am zuverlässigsten eine werbefreie Darstellung – sowohl serverseitiges Ad‑Tracking als auch clientseitige Anzeigen werden umgangen.
Nachteil: Sicherheitsrisiko bei Pi‑Hole
Öffentliche oder unzureichend geschützte Pi‑Hole‑Instanzen lassen sich per Shodan einfach finden und sogar kompromittieren. Ein Angreifer kann:
- DNS‑Logs auslesen und damit deine gesamte Surf‑Historie einsehen
- DNS‑Amplification‑Angriffe auslösen, indem er dein Pi‑Hole als offenen Resolver missbraucht
Daher immer: Pi‑Hole nur im privaten Netz mit starkem Passwort oder VPN-Zugang betreiben und regelmäßig Updates einspielen.
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Servus! Ich bin Sergio Pastbin! Redakteur bei FIZT (Fritzboxes.de).
Herzlich willkommen auf meinem technischen Blog über Fritzbox Router und Netzwerktechnik! Ich studiere Informationssicherheit an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.
Meine Leidenschaft für Netzwerktechnologie und IT-Sicherheit begleitet mich schon seit vielen Jahren und hat mich dazu inspiriert, diesen Blog zu starten.
Ich freue mich, dass du hier bist, und hoffe, dass meine Beiträge dir wertvolle Einblicke und hilfreiche Informationen bieten. Bei Fragen oder Anregungen stehe ich dir gerne zur Verfügung!
